Die Sache mit dem Krönchen

In der letzten Woche bekam ich seit langem mal wieder den Satz:

 

„Aufstehen, Krönchen rücken und weiter“ zu hören.

 

Gut nur, dass er dieses Mal nicht für mich bestimmt war.

 

An sich finde ich den Satz sehr niedlich, aber wenn man so richtig auf die Schnauze gefallen ist, von jemanden noch nachgetreten wird (also im übertragenen Sinne natürlich) und sich auch genauso fühlt, dann ist dieser Spruch gar nicht mehr so witzig und trifft den falschen Nerv.

 

Vor allem kommt er meist von Menschen, die es gar nicht bis dahin, also ganz runter in den Dreck, geschafft haben oder eher weich gefallen sind, wenn überhaupt.

 

Am dreckigen Boden oder im Sumpf kämpft man nämlich erstmal ums Überleben und nicht um ein Krönchen und das ist ohnehin wahrscheinlich kaputt oder im Sumpf versunken.

 

Als ich den Spruch seinerzeit hörte, habe ich mich nur gefragt, was denn für ein Krönchen? Was sollte ich mir aufsetzen und weitermachen? Womit weitermachen?

 

Wow, ehrlich, ich bekomme gerade die volle Gänsehaut, wenn ich an diese Zeit denke. Heute denke ich nicht mehr darüber nach, das liegt vor allem daran, dass ich mich auf das konzentriere, was ich wirklich will und das funktioniert so gut, dass ich für Rückblicken keine Zeit habe und auch nicht haben möchte.

 

Seltsam kommt es mir vor, weil es mir keiner wirklich abnimmt. Vor allem ist das alles noch gar nicht so lange her, denn mit ein paar Auswirkungen habe ich ja immer noch zu tun, weil es von staatlicher Seite gar nicht gewünscht ist, dass Du wieder aufstehst und schon gar nicht, dass Du Dir ein Krönchen aufsetzt und weiter läufst. Anders kann ich mir diese lustigen Regellungen nicht erklären.

 

Es sind alles nur Menschen, die solche Regeln aufstellen. Welche Auswirkungen die Bestimmungen haben, merken sie nicht, weil sie meist ihre Jobs nach Vorschrift und in der Regel ohnehin nicht gerne machen. Dabei sind sie sich so sicher, und das ist DER Grund warum sie den Job machen, dass ihnen nichts dergleichen passieren kann. Selbständigkeit wäre ein viel zu hohes unkalkulierbares Risiko.

 

Wow, dass ist heute mal echt ziemlich hart. Aber ich hatte so das Bedürfnis, denn als ich diesen Spruch hörte, auch wenn er wirklich nicht an mich gerichtet war, kochte in mir etwas hoch, was ich gut in die Vergangenheit verbannen konnte.

 

Da gehört es auch hin und wird es auch bleiben.

 

Mir fiel dabei der Spruch von Dieter Nuhr ein: 

 

„Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“